Tipps & Tricks
Für'n Bully

Hier finden Sie Service-Tipps und Tricks rund um PistenBully. Ab sofort schreiben die technischen Experten von KÄSSBOHRER regelmäßig über 
Wartungs- und Servicethemen, mit denen die Pistenraupen effizienter, störungsfreier und schonender betrieben werden können.

#1: Windenseil kürzen

Wie man ein Windenseil kürzt: Dazu spannen Sie das Windenseil in einen Schraubstock, fassen das lose Ende mit einem geeigneten Drehwerkzeug und erhitzen das Windenseil im Bereich A (≈ 100 mm / ≈ 3,94 in) mit einem Schweißbrenner. Wenn das Windenseil zu glühen beginnt, drehen Sie es mit Hilfe des Werkzeugs langsam drei bis vier Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn. Sie drehen das Windenseil quasi zu! Das Windenseil bricht schließlich im glühenden Bereich. Wichtig ist, dass Sie die Kraft beim Drehen langsam und gleichmäßig steigern, um eine möglichst glatte Bruchstelle zu bekommen. Zum Abschluss lassen Sie das Windenseil vollständig abkühlen und entfernen Sie den Grat mit einem geeigneten Schleifer.

#2: Batterie-Check

Wie man die Batterien in Pistenfahrzeugen richtig pflegt: Damit Batterien (ob wartungsfrei oder nicht) einwandfrei funktionieren, sollte bei längerer Standzeit der Batterieschalter getrennt werden, um Kriech- und Entladeströme zu vermeiden. Nach spätestens sechs Monaten Standzeit ist die Ruhespannung zu überprüfen. Diese darf an der Einzelbatterie 12,4 Volt nicht unterschreiten, sonst muss sie nachgeladen werden. Verwenden Sie ein geregeltes Ladegerät (10% Batterieleistung), aber nutzen Sie keine Schnellladefunktionen. Vielmehr soll die Ladezeit mehrere Stunden betragen, um eine Sulfatbildung mit Schäden, Wärme und Ausgase zu vermeiden.

Nach dem Laden und der Abkühlung der Batterie sollte die Ruhespannung bei ca. 12,7 Volt liegen. Für Batterien, die nicht durch das Typenschild als wartungsfrei gekennzeichnet sind und geschraubte/ gesteckte Verschlussdeckel bzw. Wartungsöffnungen auf der Oberseite aufweisen, gilt: Überprüfen

Sie zusätzlich den Flüssigkeitsstand und ergänzen Sie ihn mit destilliertem Wasser auf MAX. Achten Sie generell darauf, die Batterie trocken und kühl bei 0°C bis +25°C zu lagern. Befolgen Sie stets die Wartungshinweise. Es besteht die Gefahr von Verätzung durch Flüssigkeit, Kurzschluss durch chemische Reaktion oder Explosion durch Gas!

#3: CUMMINS MOTOR

Bekanntlich verfügt der neue PistenBully 600 EU 5 über einen Cummins Motor X12, welcher gegenüber seinem Vorgänger folgende Vorteile mit sich bringt: 

  • Zusätzliches Drehmoment
  • Bestes Leistungsgewicht
  • Geringerer Verbrauch
     

Wir empfehlen nun, die Motordrehzahl bei 1.300 Umdrehungen pro Minute zu halten. Bei dieser Drehzahl kann das höchste Drehmoment bei geringstem Spritverbrauch und optimaler Hydraulikleistung erreicht werden.

#4: iTERMINAL

Das PistenBully iTerminal mit seinem 10,4“ Farb-Touchdisplay erlaubt dem Fahrer eine schnelle Übersicht über alle Informationen und Parameter, die er für seine Arbeit benötigt. Auf dem Homescreen werden im digitalen Cockpit alle wichtigen Motor-Daten angezeigt.

Der Bediener gelangt über Menü-Buttons in die jeweiligen Untermenüs, zu Fahrzeuginformationen und Fahrzeugeinstellungen. Die Anzeige der Kameras erfolgt ebenfalls über das iTerminal.

Um dem Fahrer die Bedienung so intuitiv und einfach wie möglich zu gestalten, gibt es im iTerminal die Möglichkeit der Gestensteuerung, wie es der Fahrer von seinem Smartphone gewohnt ist. Zum Beispiel können Anzeigen durch Wischen über das Display einfach weitergeschaltet werden.

Um schnell wieder auf den Homescreen zurück zu gelangen, muss nur eine Dachform-Geste ^ auf dem Bildschirm abgefahren werden. Will man zur vorherigen Seite zurück gelangen, ist dies einfach über die Geste einer L Form möglich. Für den Fall, dass man die Gestensteuerung nicht nutzen möchte, ist natürlich auch die Navigation über die herkömmlichen Buttons möglich.

#5: Winde

Heute beschäftigen wir uns mit der Kalibrierung der Restseillänge! Nach einem Seilwechsel der 4.5 und 4.6 Tonnen Triebtrommelwinde, sollten Sie verschiedene Kalibrierungen über das iTerminal durch- führen. Hierzu zählt auch die Kalibrierung der Lagen und Wicklungen auf der Haspel. Sie benötigen die genaue Anzahl von Lagen und Wicklungen, um die verfügbare Restseillänge richtig zu berechnen. Mit den Angaben können Sie zudem Seilwickelfehler korrekt erkennen.

Damit Sie während des Seil-Aufspulens nicht die ganze Zeit die Lagen und Wicklungen auf der Haspel mitzählen müssen, empfehlen wir folgenden Tipp: Spulen Sie das neue Windenseil circa fünf Wicklungen auf, sodass das Seil fest auf der Haspel sitzt. Unterbrechen Sie nun kurz das Aufspulen. Geben Sie auf der Kalibrierseite im iTerminal die aktuelle Anzahl an Lagen und Wicklungen ein (Bsp.: Null Lagen, fünf Wicklungen) und bestätigen Sie Ihre Eingabe.

Jetzt kann das Aufspulen fortgesetzt werden. Somit können Sie sich voll auf das Aufspulen konzentrieren, ohne dass Sie durch das Zählen abgelenkt sind. Zur Kontrolle empfehlen wir – nach Ende des Vorgangs – die Anzahl der Wicklungen nochmals nachzuzählen und zu vergleichen.

#6: Triebräder

Das Thema heute ist das Tauschen der Triebräder! Um den PistenBully mit seinen Laufketten in Bewegung zu setzen, werden große Kettenräder benötigt, die auf das Planetengetriebe im Heck des Fahrzeugs geschraubt werden. Diese Antriebsräder werden auch Turas genannt. Um die Leistung des PistenBully auf den Boden zu bekommen, werden die Turas vor allem bei Schubarbeiten und Bergfahrten stärker beansprucht. Zudem fährt das Fahrzeug die meiste Zeit vorwärts, wodurch häufig einseitige Verschleißerscheinungen an den Triebrädern auftreten.

Um dem entgegenzuwirken und die Lebensdauer zu verlängern, empfehlen wir die Triebräder zum geeigneten Zeitpunkt von rechts nach links zu tauschen. Somit steht die weniger verschlissene Seite für die höher beanspruchenden Arbeiten zur Verfügung. Durch den Wechsel der Turas können diese besser ausgenutzt werden und müssen erst später ersetzt werden. Das schont die Ressourcen und senkt die Wartungskosten.

#7: Digital warten

Heute zeigen wir Ihnen wie einfach Sie in die digitale Wartung Ihrer PistenBully einsteigen können. SNOWsat Maintain Basic nennt sich die kostenfreie Instandhaltungssoftware.

Darin können Sie Ihre PistenBully samt Zusatzgeräten anlegen und behalten so Ihre Flotte im Blick – bei neueren Fahrzeugen sehen Sie sogar die derzeitigen Betriebsstunden. Alle technischen Dokumente halten wir für Sie equipmentspezifisch aktuell. Zudem können Sie Wartungen frühzeitig planen, durchführen und dokumentieren. So sind die ersten Schritte in der digitalisierten Instandhaltung schnell gemacht!

Für die Anmeldung kontaktieren Sie bitte Ihren zuständigen Servicepartner. Er wird Ihnen einen Zugang anlegen und Sie bei der Einrichtung Ihres Kontos unterstützen. Und wenn Sie dann richtig digital geworden sind, können Sie die Software problemlos auf SNOWsat Maintain Professional upgraden, wo sämtliche Assets (Equipments und Anlagen) verwaltet werden können!

#8: Scheibenwischer

Die freie Sicht am Berg: Die Scheibenwischer am PistenBully 600 (Generation 826) können Sie entweder über das Bedienpanel steuern oder über den Lenkstockhebel auf der linken Seite des Lenkrads.

Um Schäden am Funktionsmechanismus der Scheibenwischer zu vermeiden, raten wir Ihnen, nicht den Regler am Lenkrad, sondern die Tasten am Panel zu benutzen. Sie fragen sich, warum? Wenn die Scheibenwischersteuerung am Ende der Schicht nicht auf 0 gestellt wird, werden die Scheibenwischer beim nächsten Motorstart automatisch wieder gestartet. Befindet sich zu dieser Zeit schwerer, nasser Schnee oder sogar Eis auf der Windschutzscheibe, so kann dies dazu führen, dass die Scheibenwischer schneller abgenutzt werden.

#9: Richtig Tanken

Fahrzeuge tanken ist nicht schwer. Trotzdem gibt es einen wichtigen Tipp für den PistenBully: Ergänzen Sie die Kraftstofftanks Ihres Fahrzeuges immer nach Beenden der Fahrt. Das verhindert ein Ansammeln von Kondenswasser in den Kraftstofftanks!

Zur Erklärung: Der Kraftstoff und die Tanks erwärmen sich durch warmen rücklaufenden Kraftstoff und die Abwärme der Komponenten. Wird das Fahrzeug mit leeren Tanks abgestellt, kühlt sich die erwärmte Luft in den Tanks ab und die in der Luft gebundene Feuchtigkeit kondensiert an den Tankwänden. Diese Feuchtigkeit sammelt sich am Boden der Tanks an und wird im schlimmsten Fall angesaugt und gefriert bei Kaltstart in den Leitungen. Ein Starten des Fahrzeuges ist dann nicht mehr möglich. Sind die Tanks vollgefüllt, ist kein Platz für Luft und der Kondens- Effekt wird verhindert.

Gibt es weitere Herausforderungen, bei denen wir Ihnen helfen können? Dann senden Sie eine E-Mail an ideen@pistenbully.com.